Meine Begeisterung für Matterport ist noch einmal gewachsen: Denn ich durfte eine weitere Kamera aus dem Matterport-Universum testen. ‚Kamera‘ ist eigentlich das falsche Wort – es ist ein Scanner: der Leica BLK360.

Eine echte Bereicherung für das Matterport-Universum

Matterport bietet eine hauseigene Kamera an, die Matterport Pro2, von der ich bereits berichtet habe. Es ist eine wunderbare Kamera, die im semi-professionellen und professionellen Bereich die perfekten 360-Grad-Touren erstellt. Sowohl preislich wie technisch liegt sie im Mittelfeld der von Matterport unterstützten Kameras.

Denn Matterport kooperiert auch mit anderen Herstellern, um Kunden im unteren und im oberen Segment zufrieden zu stellen. Für das schnelle und leichte 360-Grad-Bild sind dies kleine 360-Grad-Kameras. Die absolute Top-Kamera – Entschuldigung, ich meine natürlich Scanner – ist aber der Leica BLK360. Er wird mit einer eigenen App geliefert, ist aber auch mit der Matterport-Cloud kompatibel.

Das Matterport-Universum mit dem Leica BLK360. © Matterport
Das Matterport-Universum: Ganz rechts die kleinen 360-Grad-Kameras, ganz links die Matterport Pro2. Und rechts daneben schließlich der Leica BLK360. © Matterport

Perfekt für große Flächen und Außenbereiche

Ich halte ja immer die Augen offen nach neuer Technik, auf den Leica BLK360 bin ich aber eher zufällig gestoßen. Auf der Matterport-Homepage habe ich mich durch einige Projekte geklickt, als mir eines besonders auffiel. Es war ein Rundgang durch das Canyon Falls Welcome Center, ein Clubhaus mit einem schönen Outdorr-Bereich samt Pool.

Das ist schon außergewöhnlich: Denn die Matterport Pro2 3D-Kamera ist perfekt auf die Aufnahme von Innenräumen optimiert. Wird es allerdings weitläufiger und müssen große Flächen abgedeckt werden, so benötigt man sehr viele Scanpunkte. Für Außenbereiche ist sie also weniger geeignet. Diese Lücke schließt der Leica BLK360 nun perfekt.

Aber nur über etwas zu lesen, ist nicht so ganz mein Ding – ich will alles immer selbst ausprobieren. Also habe ich den Hersteller Leica Geosystems in der Schweiz kontaktiert und einfach mal gefragt. Und tatsächlich: Sie waren so freundlich, mir ihr Premiumgerät für eine Woche zum Testen zu überlassen.

Der Leica BLK360 ist handlich und leistungsstark

Gesagt, getan. Ich bin also mit dem Scanner losgezogen und habe an verschiedenen Orten Aufnahmen gemacht: im Haus, im Park und bei uns in den Weinbergen. Das ging übrigens wunderbar, denn mit einer Größe von 16,5 mal 10 Zentimetern und einem Gewicht von nur rund einem Kilogramm lässt er sich sehr gut transportieren.

Ich teste gerade den Leica BLK360. © Virtual Tours
Hier bin ich gerade ganz vertieft in meinen Test. © Virtual Tours

Wie fällt denn nun mein Fazit aus? In Innenräumen habe ich tatsächlich kaum Unterschiede zu der Pro2-Kamera bemerkt, die ich ja bereits nutze. Sobald ich aber draußen gescannt habe, war ich hin und weg.

Denn die Reichweite des Leica BLK360 ist deutlich größer: Während ich mit der Pro2-Kamera sehr viele Scanpunkte hätte wählen müssen, die nur wenige Schritte auseinander liegen, kann der Leica BLK360 bis zu 60 Meter weit scannen. Wohlgemerkt: in einer einzigen Aufnahme. Mit nur einer Handvoll Scans kann ich also den gesamten Bereich erfassen.

Tiefenerfassung in höchster Präzision

Der BLK360 macht dies durch LIDAR-Technologie, die auch bereits in autonom fahrenden Autos eingesetzt wird. Damit kann der Leica-Scanner Tiefeninformation noch einmal viel präziser erfassen als die Matterport Pro2-Kamera, die ja auch schon sehr genau ist. Doch für Architekten und Landschaftsgestalter dürfte dennoch gelten: je präziser, desto besser.

Im Inneren des Leica BLK360 sind mehrere kleine Spiegel angebracht, die extrem schnell rotieren und mit mit dem Laser die verschiedenen Distanzen erfassen. Pro Sekunde sind dies laut Hersteller 360.000 Laserscanpunkte. Die Software legt dann über den gesamten gescannten Bereich eine sogenannte Punktewolke, die die Objekte und Tiefeninformationen beinhaltet.

Gleichzeitig dreht sich das ganze Gerät aber auch noch einmal um die eigene Achse, so dass die außen angebrachten Kameras die Farbinformationen beisteuern können. Diese werden dann automatisch mit den Tiefenscans kombiniert und das Resultat ist eine farbige, gestochen scharfe 360-Grad-3D-Aufnahme.

Der Leica BLK360 mit Spiegeln  © Virtual Tours
Im Inneren sieht man ganz gut die kleinen Spiegel des BLK360. © Virtual Tours

Wofür kann man den Leica BLK360 nutzen?

Ganz klar: für Außenbereiche. Stellen Sie sich eine weitläufige Hotelanlage vor, die einen Wellnessberech bietet, vielleicht gar einen Privatstrand und ein großes Restaurant im Freien. All das wollen die Gäste sich sicher gerne bereits vor der Buchung ansehen.

Doch auch bei großen Bauvorhaben kann der Scanner einen guten Eindruck vermitteln und zukünftigen Hauskäufern und Mietern zeigen, wie das Viertel angelegt wird. Spielplätze, ein Park, der nächste Supermarkt? So kann man alles bereits vorab auskundschaften. Und auch andere große Projekte wie eine Gartenschau lassen sich so für die Ewigkeit festhalten.

Für große Veranstaltungshallen und große Gebäude lassen sich die Außenaufnahmen des Leica 360 BLK übrigens perfekt mit Innenaufnahmen der Matterport Pro2 3D-Kamera verbinden. So bekommen Sie das beste aus beiden Welten, in höchster Qualität.

Ich werde den Leica-Scanner auf jeden Fall einsetzen, denn er hat mich voll und ganz überzeugt.

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Autor

Geschäftsführer von Virtual Tours und Marketingexperte für immersive Medien. Seit 2012 unterstütze ich Unternehmen aus unterschiedlichen Branchen. Und noch immer bin ich begeistert wie am ersten Tag von all den Möglichkeiten, die 360°, Virtual Reality und Augmented Reality bieten.

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